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In St. Georgius sind alle König

Vogel fiel nach 533 Schüssen nicht von der Stange der Schützengilde

STADTLOHN. Er war „ein zähes Biest, der Vogel“, beschrieb Vorstandsmitglied Jürgen Schwietering am Sonntagmorgen die Geschehnisse des Freitagabends. Zum ersten Mal in der Geschichte des ältesten Bürgerschützenvereins Stadtlohns ging der Verein ohne neues Königspaar aus dem Vogelschießen heraus. Nach 533 Schuss hielt sich der Vogel weiterhin „wacker an der Stange“, wie es Präsident Jörg Wessels beim Gespräch mit der Münsterland Zeitung beim Frühschoppen am Sonntagvormittag passend formulierte. Dieses Schützenfest wird den vielen Beteiligten wohl lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur, dass die Schützengilde zum ersten Mal im Festzelt im Losbergpark feierte und sich damit nach langer Zeit von der Stadthalle verabschiedet hatte. Zum ersten Mal gibt es auch keinen neuen Regenten im Schützenverein St. Georgius.

Anwärter habe es genügend gegeben, doch die ungewöhnlichen Umstände des Abends ließen den Vorstand keine andere Wahl, als das Vogelschießens abzubrechen. Es war wohl eine Gemengelage von Gründen, die dazu führten. 533 Schüsse waren schon abgefeuert worden, und der Holzvogel wollte trotz der vielen Stunden unter Beschuss einfach nicht fallen. Es war schon sehr spät, Regen hatte eingesetzt...

Doch von „solch Kleinigkeiten“, wie es Jörg Wessels scherzhaft ausdrückte, wolle man sich nicht vom Feiern abhalten lassen. Das Programm am Sonntagmorgen wurde – eben bis auf die Königsparade – wie geplant durchgeführt. Nach dem Antreten und der Totenehrung am Markt folgte statt der Parade eine Ansprache des Oberst Uwe Stapper. Und auch Bürgermeister Helmut Könning, für den sonst traditionell der Ehrentrunk mit dem Königspaar angestanden hätte, hielt eine Rede an die Schützen und an zahlreichen Zuschauer. Dem festlichen Umzug folge schließlich das Frühschoppenkonzert im geschmückten Festzelt. „Wir sind alle König“, sagte Präsident Jörg Wessels dort in seiner Ansprache und benannte damit das seit Samstagnacht geltende Motto für das diesjährige Schützenfest. Den Schützen machte es offensichtlich wenig aus, in diesem Jahr kein Königspaar feiern zu können. Die Stimmung im Zelt war gut: „Der Vogel war halt nicht kaputt zu kriegen.

Wir sehen das Ganze positiv und feiern trotzdem ein super Fest“, beschrieb Louis Thesing als einer der Schützen die Lage.

Statt eines Königspaars feierte die Gilde umso mehr die Jubilare des Jahres. Im Vordergrund standen dabei Hans-Werner Büning, Aloys Heming, Herbert Martin, Heinz Schlüter und Willi Fröhlich, die für ihre 65jährige Mitgliedschaft in der Schützengilde St. Georgius ausgezeichnet wurden. Letzterer drückte seine Freude mit einem Lied aus, das die Schützen fleißig versuchten, mitzusingen.

Wie das Schützenfest für das Jahr 2017 ohne aktuelles Königspaar aussehen soll, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen. „Wir werden da ohne Zweifel eine gute Lösung hinbekommen“, zeigte sich Jürgen Schwietering optimistisch.

Im sozialen Netzwerk Facebook gibt es viele Fragen – aber auch wohl nicht ganz ernst gemeinte Kommentare zum Thema. 2016 habe der Vogel keine Chance dann werde die Säge mitgebracht, heißt es zum Beispiel.

Münsterland Zeitung 01.06.2015

Dominik Rosing
Anne WinterWeckenbrock














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Georgius Schützengilde & Georg (I)

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Georgius hatte keinen König?

Wir ALLE WAREN KÖNIG und haben ein tolles Schützenfest...

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